Gedenktafel zum Tag der Befreiung

Der renommierte Gerabronner Künstler und Steinbildhauer Franz Raßl übergibt zum 75. Jahrestag des Tages der Befreiung am 8. Mai Bürgermeister Christian Mauch eine Gedenktafel am Gerabronner Torturm.

Diese wurde zum 75. Jahrestag vom Gemeinderat der Stadt Gerabronn in Auftrag gegeben.

Damit wird künftig am Torturm in Gerabronn an zwei äußert relevante Ereignisse in der jüngeren Geschichte Deutschlands gedacht, die die Freiheit unseres Landes elementar beeinflusst haben. Zum einen zum 30. Jährigen Jubiläum des Mauerfalls und der daraufhin ermöglichten Wiedervereinigung und zum anderen zum 75. Jahrestag des Tages der Befreiung. Die beiden Gedenktafeln sollen, neben dem Erinnern an die Vergangenheit, vor allem dazu dienen alle Generationen darauf aufmerksam zu machen, dass die Freiheit, in der wir jetzt leben, nicht selbstverständlich ist und es noch nicht lange her ist, da diese auch hier in Deutschland nicht gegeben war.

 

Der 8. Mai ist seit 75 Jahren in Deutschland ein denkwürdiger Tag. Manche sehen in ihm nur den Tag der Niederlage und Kapitulation. Manche sehen in ihm aber auch die Befreiung von einer Diktatur, die Beendigung eines schrecklichen Krieges mit unendliche Gräueltaten und Massenmord. Einer Diktatur, die die Freiheit eines jeden einzelne Menschen in einem Maße einschränkte, welches heute nicht vorstellbar wäre. Die ersten Maitage waren daher ein historischer Einschnitt für Deutschland und Europa. Symbolisch stehen sie für das Ende des Zweiten Weltkriegs, das Ende Nazi-Deutschlands und des Holocaust. Formal sind der 7. sowie der 8./9. Mai die Tage der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht, einmal in Reims und anschließend in Berlin-Karlshorst, mit der ein deutscher Eroberungs- und Vernichtungskrieg beendet wurde, der über 50 Millionen Menschenleben kostete.

 

Wir sind und bleiben dankbar, dass viele Länder große Opfer brachten, um Deutschland – auch gegen seinen Willen – aus der Diktatur zu befreien und Krieg und Massenmord zu beenden. Daher ist der 8. Mai als Tag der Befreiung ein Gedenktag für uns in Deutschland, wie es der Bundespräsident Richard von Weizsäcker 1985 erstmalig mit klaren Worten auf den Punkt brachte.

 

Ich bin daher dankbar, so Bürgermeister Mauch, nun eine in Stein gemeißelte Erinnerung an den Tag der Befreiung und dem damit verbundenen Anstoß zum Nachdenken, gemeinsam mit unserem Künstler Franz Raßl, der Öffentlichkeit übergeben zu können.

 

Der Künstler und Steinbildhauer Franz Raßl fasste seine Gedanken zu der Gedenktafel folgendermaßen zusammen:

 

Gedenkstein 8. Mai 1945

 

Mit der Art der Gestaltung, der Schriften, des Materials, kann ein Inhalt ausgedrückt werden.

ALLES könnte auch völlig anders dargestellt werden.

Beide Gedenksteine haben direkt miteinander zu tun …

FASCHISMUS – KRIEG – ZERSCHLAGUNG – BEFREIUNG – TEILUNG – WIEDERVEREINIGUNG –

Was sehen wir? Harter, rötlicher Granit, Schrift…

 

Unten: 1945, geduckt, gebrochen, verbogen, tief eingegraben, in Deckung, schwer.

 

Mitte: TAG DER BEFREIUNG tief eingehauen, mit flüssigem Blei ausgegossen.

Eine gebrannte, geschundene Oberfläche

 

Nach Oben hin offen: 8. Mai steigt aus dem Stein empor, wie frische, glänzende Keime aus der Tiefe.

 

Seitlich: Einkerbungen, Gewalteinwirkung – sie lassen Fesselung, Einengung, Zwang assoziieren.

 

Ein sprechender Stein.

 

Auch Erinnerung an die beiden D-Hymnen:

„… Auferstanden aus Ruinen…“

„… Blüh´ im Glanze dieses Glückes…“

Hoffnung und Auftrag für die Zukunft, gegen ein VERGESSEN…

 

                                               Raßl



 

 

 

 

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